,Eigentlich müsste es heißen „Anleitung um zu 100.000 Euro Jahresgehalt zu kommen“, denn Firmen sind nur bereit, Jahresgehälter jenseits der Fünfstelligkeit für besondere (Vor-) Leistungen zu bezahlen. Also wie kommt man heute noch zu 100.000 Euro und mehr pro Jahr?

Gute Stellenangebote sind selten, Firmen bauen Personal eher ab oder besetzen möglichst günstig nach, wenn teure Altverträge aufgelöst werden. Gerade Einstiegsgehälter für Jüngere werden oft betont niedrig gehalten. Stimmt das Sprichwort „Durch ehrliche Arbeit kann man heute nicht mehr reich werden“ am Ende doch?

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Am Anfang verdienen alle gleich

Welchen Ausbildungsweg jemand wählt, macht anfangs keinen markanten Unterschied. Der Geselle nach der Lehre, die Maturantin oder der Bachelor, alle bewegen sich gehaltlich Anfang 20 so um die 25.000 bis 30.000 Euro brutto jährlich (ca. 1.800 bis 2.200 Euro brutto monatlich). Auch der Krankenpfleger oder die Kindergärtnerin.

Aber danach wird es interessant!

Je besser die Ausbildung, desto leichter wird der Aufstieg und somit die finanzielle Verbesserung. Dafür bracht es jedoch Geduld. Jedoch ist oft die junge Generation nicht bereit, diese aufzubringen, man will alles sofort haben. Das funktioniert allerdings in Karrierefragen definitiv nicht. Daher mein Rat: Bleiben Sie solange bei einer Firma, wie Sie dort Ihre beruflichen Vorstellungen umsetzen können. Völlig unabhängig, wieviel Zeit bereits vergangen ist. Es ist einfach nicht notwendig, alle paar Jahre die Firma zu wechseln, auch im Lebenslauf macht sich das nicht immer gut. Der finanzielle Aufstieg kommt mit den Berufsjahren. Regelmäßig den Marktwert unverbindlich zu überprüfen, um den eigenen Wert zu kennen, macht dagegen durchaus Sinn.

Welche Steigerungen beim Jahresgehalt kann man erwarten?

In den ersten zwanzig Berufsjahren steigt man mit durchschnittlichem Engagement in etwas 3 Prozent pro Jahr, das Mittelfeld schafft 5 Prozent und wer durchwegs großes authentisches Engagement zeigt, kann mit 7 Prozent jährlich rechnen. Das ist aber ein absoluter Topwert. Konkret bedeutet das, wer mit 22 Jahren ein Jahresgehalt von Euro 30.000 brutto aufweist, schafft bis 40 dann Euro 51.000 (+3%), Euro 72.000 (5%) und Spitzenkräfte mit +7% jährlich durchbrechen dann schon die 100.000 Euro Schallmauer. Mit guter Ausbildung, stetiger Verbesserung und geschickter Verhandlungsstrategie kann man also schon Euro 70.000 bis zum Vierziger erreichen. Wichtig ist dabei aber eben, neben der entsprechenden Qualifikation, auch auf die stetige finanzielle „Wertanpassung“ selbst laufend zu achten. Ohne aktives Zutun wird man die notwendige jährliche durchschnittliche Steigerung kaum erreichen.

Experten werden Ihnen in der Regel drei Strategien nennen, um die 100.000 er Barriere zu erreichen. Möglichst schnell (Führungs-) Verantwortung übernehmen, Experte werden oder den Weg in die Selbständigkeit wählen.

1. Chef werden!

Das Management ist wahrscheinlich der einfachste Weg, um an die 100.000 Euro Jahresgehalt und mehr zu kommen. Dafür ist nicht einmal unbedingt eine Führungsposition im Topmanagement notwendig, es reichen, je nach Branche, zehn bis zwanzig Mitarbeiter. Das bedeutet, bei einem großen Unternehmen in der dritten Ebene als Abteilungsleiter, in einem mittelgroßen in der zweiten Ebene als Bereichsleiter oder als Geschäftsführer einer kleineren Firma. Zeigen Sie laufend, dass Sie bereit sind, Verantwortung zu tragen, dann wird ihnen diese auch früher oder später übertragen. Es gibt durchaus Führungskräfte, die mit Lehre in diese Verdienstregionen vorstoßen, leichter geht es mit Matura und Studium.

2. Das Expertentum wählen!

Nicht alle wollen Führungskraft werden oder können es werden. Deshalb ist hier die Alternative, Experte zu werden. Spezialist für eine Sache zu sein, bringt einen auch in die 100.000 Euro Region. Wer als Experte viel verdienen will, muss eine Nische finden und in seiner Sache richtig gut sein, idealerweise der Beste! Oder noch besser der Einzige. Wenn man nicht im Wettbewerb mit anderen steht, kann man die Rahmenbedingungen vorgeben und da zählen auch Honorare dazu. Es gibt z.B. Coaches, die schlagen sich mit einem Stundenhonorar von Euro 70 herum, andere verrechnen Euro 250 oder mehr pro Stunde. Eine Riesendifferenz auf dem Ziel zu dem 100.000 Gehalt. Insbesondere Techniker mit Fingerspitzengefühl können gut verdienen, viele verkaufen sich aber schlecht. Spricht man mit Experten, so werden Sie unter Umständen zur Antwort bekommen „Wenn sich Techniker so gut verkaufen würden wie WU Absolventen, könnten wir uns Techniker nicht mehr leisten“.

3. Unternehmer werden!

Die Selbständigkeit ist sicherlich der schwerste Weg, um zu einem Jahresgehalt von 100.000 Euro zu kommen. Oder man sollte besser Umsatz sagen oder noch besser Gewinn vor Steuern, denn vom Umsatz sind ja noch allfällige Kosten und Aufwendungen zu begleichen. Viele Selbständige starten zwar mit einer guten Idee, aber die Umsetzung ist nicht ideal oder noch schlimmer, die Kunden fehlen. Dabei ist der Kundenfokus das Wichtigste. Auch ist der Weg zu den 100.000 oft ein sehr langer und es vergehen Jahre. Nicht unwesentlich, wenn man sich vor Augen hält, dass ein Drittel aller Neugründungen in Österreich das dritte Jahr nicht überlebt.

Die wirklichen Topbereiche

Vertrieb und Verkauf sind eindeutig am lukrativsten. Wenn man sich also im Umgang mit Menschen einigermaßen wohlfühlt, wählen Sie den Verkauf, bevor Sie sich in anderen Bereichen ausprobieren. Ein guter Verkäufer hat in etwa 40-60 Prozent Grundgehalt und den Rest als Bonus. Zeigt man Talent und wählt man die richtige Firma bzw. Branche, sind die 100.000 Euro Jahresgehalt bald erreicht. Es benötigt dafür aber auch eine dicke Haut als Eigenschutz. Denn oft sind die Umsatzvorgaben unrealistisch hoch, geplante Prozentzuwächse in zweistelliger Höhe keine Seltenheit. Und: Wenn der Umsatz nicht passt, sind all Ihre „Verkäufer des Jahres“ Auszeichnungen der Vergangenheit plötzlich vergessen und irrelevant. Übrigens, als „Geheimtipp“ in punkto Arbeitgeber zählen immer noch die Nationalbank und der Rechnungshof, obwohl der Privilegienabbau dort in vollem Gange ist. Aber auch in Investmentbanken und Anwaltskanzleien ist bei entsprechender Leistung gut zu verdienen.

Die Superstarvariante

Sehr wenige schaffen es dorthin, wo die Verdienstluft mit spätestens 40 schon sehr dünn ist, in die Vorstandsetagen. Will man sich ein wirklich hohes Ziel setzen, dann kann dieses lauten, alle fünf Jahre das Gehalt zu verdoppeln. Einstieg mit 25 Jahren bei 30.000 Euro, 60.000 mit 30 ist schaffbar. Der nächste Schritt wird etwas schwieriger, aber Euro 120.000 Jahresgehalt ist mit 35 als Bereichsleiter einer 1000 Personen Firma möglich. Da Sie sich spätestens jetzt ein großes Netzwerk geschaffen haben, sollte auch zum Vierziger der 240.000 Euro Job als Geschäftsführer der gleichen Firma für Sie in Reichweite sein. Leichter wird die Verdoppelung ab jetzt aber auch nicht. Die 500.000 mit 45 Jahren sind als Vorstand eines ATX Unternehmens machbar, allerdings gibt es nicht mehr sehr viele solcher Unternehmen. Wenn Sie aber schon mal im Vorstand eines ATX Konzerns drinnen sind, kann man mit 50 ja auch die Position des Vorstandsvorsitzenden für eine Million Euro Jahresgehalt annehmen. Bei diesem Tempo sollten Sie aber auch Wert darauf legen, Hausärzte, Fitnesstrainer, Ernährungs- und Entspannungsberater zu Ihrem Bekanntenkreis zu zählen, um diese bei Bedarf zu Rate ziehen zu können. Wenn Sie dann auch noch planen, Ihren Ruhestand sorgenfrei zu genießen, kann auch die enge Freundschaft zu einem Herzspezialisten nicht schaden. Nur für den Fall, dass dann doch nicht alles so glatt läuft…

 

(Bildnachweis Fotolia)

Auszugsweise wurden Textstellen und Kennzahlen aus einem Jobkurier-Artikel vom 20.August 2016 übernommen und mit eigenen Erfahrungen abgeglichen.

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