Höheres Gehalt ? Angenehmeres Betriebsumfeld ? Kürzerer Arbeitsweg ?

3 wichtige Punkte, aber die Gründe für einen Jobwechsel können vielschichtig sein. Deshalb kann es allerdings auch passieren, dass Sie beim Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber etwas Wichtiges übersehen. Damit genau das nicht passiert, zeigt die folgende Jobwechsel-Checkliste, woran unbedingt gedacht werden muss.

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Neustart

Für viele Arbeitnehmer ist die Arbeitsstelle ein wichtiger und konstanter Teil des Lebens. Manche sehen den Job als Statussymbol, andere sehen ihn schlicht als Basis um zu (über-) leben. Acht Stunden täglich. Manchmal weniger, oft auch mehr. Da schleicht sich eine gewisse Routine ein. Diese lässt uns bei einer beruflichen Veränderung aber auch manches vergessen oder übersehen. Also Achtung: Nach der Kündigung und solange Sie noch nicht die neue Stelle angetreten haben, arbeiten Sie nicht mehr primär für Ihren Arbeitgeber, sondern vor allem für Ihren guten Ruf.

Auch wenn Sie mit den Gedanken schon beim neuen Job sind, sofort ganz vergessen dürfen Sie Ihre aktuelle Anstellung noch nicht. Im Gegenteil: Zu einem gelungenen Neuanfang gehört auch der professionelle Abschluss, um keine Altlasten mit herum zu schleppen.

An alles gedacht?

Jeder der die Prozedur schon einmal durchlaufen hat, kennt das: Bestehenden Vertrag kündigen, neuen unterschreiben, Termine und Fristen einhalten. Oder vielleicht besser doch nicht in dieser Reihenfolge? Zu einem erfolgreichen Jobwechsel gehört aber sowieso noch mehr. Egal, ob der Jobwechsel gerade in Planung ist, man mittendrin steckt oder kürzlich den neuen Job schon angetreten hat – diese Checkliste hilft Ihnen, nichts zu vergessen und an alles zu denken!

1. Gründlich vorbereiten

Vor jedem Jobwechsel steht zunächst die Entscheidung: Will man das wirklich? Im Idealfall sollte man sich wirklich sicher sein, dass es der richtige Weg ist, eine neue Anstellung zu suchen. Also gilt es, spontane Bauchgefühle genau zu überdenken und die möglichen Folgen in Betracht zu ziehen. Schließlich will man nicht nach drei Monaten im neuen Job das Gefühl haben, die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Vielleicht ist der Wunsch nach Veränderung nur temporär oder ist dieser tatsächlich zwingend mit einem neuen Arbeitgeber verbunden? Oft ist es hilfreich und auch notwendig, die eigenen Vorhaben mit Partner und/oder Familie zu besprechen, um auch deren Ansicht zu ergründen. Erst wenn die eindeutige Entscheidung für einen Jobwechsel getroffen ist, kann man sich auf die Umsetzung konzentrieren.

 

2. Lebenslauf optimieren

Denken Sie unbedingt daran, Ihren Lebenslauf zu aktualisieren. Oft macht es Sinn, sich hier professionelle Unterstützung zu holen. Denn nicht nur die chronologische Darstellung von Ausbildung und bisherigem Berufsweg, sondern auch Layout, professionelles Bild und übersichtlicher Aufbau, machen den Lebenslauf zu Ihrer Visitenkarte. Natürlich sind Ihre Erfahrungen und Kenntnisse das Um und Auf. Wenn Ihr potentieller Arbeitgeber jedoch Ihre Unterlagen erstmalig in Händen hält, kennt er Sie möglicherweise noch nicht persönlich. Für den Personaler ist es meist sowieso Voraussetzung, dass Sie die angegebenen Anforderungen mitbringen. Damit ist ein ansprechendes, aber unaufdringliches Layout der erste unwillkürliche Auslöser für die Entscheidung über das weitere Vorgehen. Passen Layout, Motivationsschreiben und geforderte Kenntnisse gut zusammen, ist das der Schlüssel für eine Einladung zu weiteren Gesprächen.

 

3. Arbeitsmarkt recherchieren

Für Ihren Jobwechsel benötigen Sie natürlich Alternativen zu Ihrer derzeitigen Stelle. Informieren Sie sich auf dem Arbeitsmarkt über Möglichkeiten, Anforderungen und Gehälter. Kontaktieren Sie Personen aus Ihrem Netzwerk, die Ihnen bei der Stellensuche nützlich sein können. Zwei Drittel aller offenen Stellen werden verdeckt vergeben. Mit den nötigen Informationen können Sie dann Bewerbungen an potenzielle Arbeitgeber schicken. Regeln Sie Ihre Bewerbungsangelegenheiten aber bitte von zu Hause aus und nicht im Büro. Ihr jetziger Arbeitgeber wird es nicht gerne sehen, wenn Sie Ihre Arbeitszeit nutzen, um Ihren Ausstieg vorzubereiten. Geben Sie bei Ihrer Bewerbung auch eine private, seriös klingende E-Mail Adresse an, ein „mausi_26@gmx.at“ mag zwar verführerisch und authentisch klingen, hat aber in einer Bewerbung nichts zu suchen.

 

4. Vertragliche Regelungen beachten

Machen Sie sich auch rechtzeitig ein Bild von den Regelungen, die in Ihrem Dienstvertrag festgelegt wurden. Einige davon sind bei jedem Jobwechsel besonders wichtig: Die Kündigungsfrist, die Verschwiegenheitspflicht und das eventuelle Verbot zur direkten Konkurrenz zu wechseln. Beachten Sie auf jeden Fall Ihre Kündigungsfrist, um Ihren neuen Job auch wirklich pünktlich antreten zu können. Die Verschwiegenheitspflicht verbietet es Ihnen, über Interna Ihres alten Arbeitgebers zu sprechen. Diese Pflicht darf Sie jedoch nicht daran hindern, Ihren Job auszuführen. Im Arbeitsvertrag festgehaltene Klauseln, die einen Wechsel zum Mitbewerber verbieten, sind häufig nicht wirksam, da sie das Grundrecht auf Berufsfreiheit verletzten. Im Zweifelsfall erkundigen Sie sich bei Ihrer Gewerkschaft, Arbeiterkammer oder bei anderen Spezialisten im Bereich Arbeitsrecht.

 

 

 

 

5. Neuen Dienstvertrag unterschreiben

Wenn Ihre Bewerbungen erfolgreich verlaufen sind und Sie einen neuen Arbeitgeber von Ihren Fähigkeiten überzeugen konnten, sollten Sie Ihren neuen Arbeitsvertrag unterschreiben. Vor der Unterschrift genau durchsehen, ob alle Vereinbarungen auch enthalten sind. Erst mit dieser Sicherheit können Sie ohne Zweifel Ihren alten Job kündigen, da Sie nicht in die ungeliebte Situation kommen können, auf einmal gänzlich ohne Anstellung dazustehen. Beachten Sie, dass mündliche Zusagen in diesem Zusammenhang zwar wirksam, in der Praxis jedoch nur schwer nachzuweisen sind. Lassen Sie sich die Zusage also auf jeden Fall schriftlich geben, um auf der sicheren Seite zu sein.

 

6. Bestehenden Vertrag kündigen

Nachdem Sie nun Ihre berufliche Zukunft geklärt haben, sollten Sie zeitnah, unter Berücksichtigung Ihrer Kündigungsfristen, das bestehende Arbeitsverhältnis kündigen. Dies muss immer schriftlich erfolgen. Zusätzlich sollten Sie – vor der schriftlichen Kündigung – aber noch ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten suchen. Schon alleine aus Respekt und Höflichkeit. Erklären Sie kurz die Gründe für Ihre Entscheidung und bedanken Sie sich für die Zusammenarbeit und versuchen Sie die Vorgehensweise für die verbleibende Zeit festzulegen. Auch wenn Sie aus Frust das Unternehmen verlassen, sollten Sie sich Beschuldigungen und Vorwürfe, auch gegenüber Kollegen, verkneifen.

 

Abstandhalter

7. Kollegen informieren

Auch Ihre Kollegen haben ein Recht darauf zu erfahren, dass Sie das Unternehmen verlassen werden. Eventuell müssen Aufgaben neu verteilt werden. Abhängig davon, wie gut Sie sich mit den anderen verstehen und wie lange Sie für das Unternehmen gearbeitet haben, können Sie auch eine kleine Abschiedsfeier veranstalten.

 

8. Nachfolger einarbeiten

Sobald Ihr Vorgesetzter einen Nachfolger gefunden hat oder ein Kollege bestimmt wurde, der Ihre Aufgaben in Zukunft übernehmen wird, sollten Sie diesen Kollegen einarbeiten. Natürlich nur, sofern das vom Unternehmen auch so vorgesehen ist. Es ist natürlich von Vorteil, wenn Sie vor Ihrem Abschied möglichst viele Aufgaben und Projekte abschließen. Bei der Übergabe ist es Ihre Aufgabe, Ihren Nachfolger mit Unterlagen und dem nötigen Wissen auszustatten, damit dieser die anstehenden Aufgaben auch erledigen kann. Erklären Sie also genau, woran Sie gerade arbeiten und was noch gemacht werden muss.

 

9. Erhaltene Arbeitsmaterialien zurückgeben

Laptop, Mobiltelefon, Dienstwagen oder Werkzeuge – viele Unternehmen statten Ihre Mitarbeiter mit Arbeitsmaterialien aus. Vergessen Sie aber bitte nie, diese nach Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses wieder vollständig zurückzugeben. Tun Sie dies nicht, kann man Ihnen das als Diebstahl auslegen – und damit im Arbeitszeugnis erwähnen. Verschaffen Sie sich also rechtzeitig einen Überblick darüber, ob Sie noch in Besitz von Geschäftsunterlagen oder Arbeitsmaterial sind. Denken Sie andererseits aber auch daran, Ihre eigenen Unterlagen mitzunehmen, die Sie vielleicht im Laufe der Zeit in der Firma deponiert haben.

 

10. Arbeitszeugnis

Neben etwaigen Bescheinigungen von Sozialversicherung und ähnlichem, können Sie Ihren Arbeitgeber dazu auffordern, Ihnen ein qualifiziertes Arbeits- oder Dienstzeugnis auszustellen. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis geht auch auf Ihre Leistungen und Ihr Engagement während des Arbeitsverhältnisses ein. Sollten Sie sich erst jetzt (oder später erneut) für eine neue Stelle bewerben, ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis die beste Referenz, um Ihren bisherigen beruflichen Werdegang zu dokumentieren und die Zufriedenheit Ihrer ehemaligen Arbeitgeber zu belegen.

 

Im Guten trennen

Wenn Frust und Unzufriedenheit als Motivation hinter Ihrem Jobwechsel stehen, ist die Versuchung groß, nach der Kündigung manchen Personen noch so richtig die Meinung zu sagen. Doch wie heißt es so schön, man trifft sich immer zweimal im Leben. Vielleicht arbeiten Sie später wieder einmal mit Ihren ehemaligen Kollegen zusammen oder treffen Ihren Chef in einem anderen Unternehmen wieder.

Versuchen Sie sich daher im Guten von Ihrem Arbeitgeber zu trennen. Denken Sie daran, dass ab dem Moment, in dem Sie gekündigt haben, nicht mehr für Ihren Arbeitgeber arbeiten, sondern für Ihren Ruf. Gehen Sie mit der nötigen Professionalität und Gelassenheit an die Sache heran. So gewinnen Sie emotionalen Abstand, gehen Ihren Jobwechsel ohne negativen Gefühle an und können ohne Belastung neu durchstarten.

 

(Bildnachweis: Designed by Freepik und Nobelbunt)

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