Das mit dem Personal Change ist so eine Sache. Michael macht seinen Job seit 15 Jahren. Er meint zu wissen, was er kann und was nicht. Präsentieren ist nicht so seine Sache, denkt er. Doch dann wechselt er das Unternehmen und auf einmal muss er tun, was er nie als seine Stärke gesehen hat … und das Komische daran: Es geht! Mit jedem Mal sogar besser. Man sagt ihm sogar, er mache das richtig gut. Das verändert sein Selbstbild. Als Folge davon denkt er später darüber nach, dass Führung ja auch eine Option sein könnte. Dabei hatten ihm mehrere Eignungstests bestätigt, dass er eine Fachkraft sei und Leitungsaufgaben einfach nicht zu ihm passten. So kann man sich irren. Weshalb man mit deterministischen Urteilen auch vorsichtig sein sollte. Doch wann und unter welchen Bedingungen ist „personal change“ überhaupt möglich?

Verändern Sie den Rahmenvon Position zu Position springen, vorankommen

Michaels Beispiel zeigt, wo und wie man in einer Karriere- und Kompetenzentwicklung sinnvollerweise ansetzen kann: Bei der Veränderung der Rahmenbedingungen. Es ist einigermaßen schwer, sich in einem gewohnten Kontext neu zu erfinden. Hier sind im Personal Change oft nur kleine Schritte möglich. Das hat damit zu tun, dass Selbst- und Fremdbild fest justiert sind. So entsteht eine Wechselwirkung. Die anderen sehen mich, wie ich mich sehe. Ich sehe mich wie die anderen mich sehen. Je länger ein Mensch im „selbst Umfeld“ arbeitet, desto fester passt sich das Bild dem Rahmen an. Festgefahrene Glaubenssätze entstehen, nur Unzufriedenheit kann es jetzt noch daraus lösen.

Je länger Menschen in der gleichen Umgebung bleiben, desto fester wird ihr Rahmen, desto eingeschränkter der Radius. Die zunächst angestrebte Verlässlichkeit und Stabilität kann dann auch zum Entwicklungsverhinderer werden. Deshalb sind es oft die Ortsveränderungen, die größere Sprünge möglich machen. Oder auch neue Partner, neue Jobs. Es gibt jedoch auch Menschen, die sich durch ZU häufige Wechsel auch der eigenen Persönlichkeitsentwicklung entziehen. Sobald Sie an sich arbeiten müssen, suchen sie das Weite. Entscheidend ist die richtige Mischung zur richtigen Zeit und entsprechende Entwicklungsbereitschaft. Niemand kommt als fertiges Kunstwerk auf die Welt.

Woanders sind wir anders

Oft braucht es auch einen Anstoß. Kündigungen können deswegen auch ein Segen sein. Ein guter Job ist wie ein fruchtbarer Boden, der zu der jeweiligen Pflanze – dem Menschen – passt. Nicht alle gedeihen überall gleich gut. Aus dem kleinen Pflänzchen von einst kann anderswo eine Prachtblüte heran wachsen, eben durch Personal Change hervorgerufen durch einen externen Veränderungsprozess!

Eine örtliche Veränderung kann ebenso Wunder bewirken. Deshalb sind viel gereiste Menschen oft erheblich weltoffener und toleranter. Sie haben sich oft verändert und angepasst.

Sagen Sie „Ich will“ zu Personal ChangeKompass mit Möglich / Unmöglich

Aber nicht jeder kann alles erreichen kann. Es gibt kognitive Grenzen und  Wissensbarrieren. Es gibt vor allem auch glückliche Umstände und den richtigen Zeitpunkt. Wir halten mitunter zu wenig für möglich. Dann aber auch oft zu viel. Bei Gründungen lässt sich das gut beobachten. Da sind viele anfangs allzu enthusiastisch und selbstüberzeugt. Jedoch sollte die notwendige Portion Realismus nicht fehlen.

Das „Ich will“ ist eher als Bekenntnis zu kleineren Schritten zu sehen. Delegieren, sich durchsetzen, netzwerken, an sich glauben. Viele Menschen sagen, dass sie dieses oder jenes nicht können und natürlich finden sie dafür auch stichhaltige Begründungen und Ausreden.

Grenzen überwinden

Die eigenen Grenzen sind oft von Glaubenssätzen eingepflockt. Das macht man nicht, so ist das eben, du bist nicht gut genug, du warst schon immer so, was soll sich ändern? Sich in einem gewohnten Rahmen zu bewegen, gibt Sicherheit. So wie ein Tier sein Revier hat, hat der Mensch seinen Handlungsbereich. Möchte er sich verändern, muss er über Grenzen gehen. Hinter der Grenze sollte er nicht in einen Nahkampf verwickelt werden, sondern braucht Erfolgserlebnisse. Das erste Mal „Nein!“ gesagt, endlich einmal selbst präsentiert!

Sich verändern ist anstrengend

Wollen wir etwas lernen, so müssen wir uns anfangs anstrengen, oft  ganz fürchterlich. Eine neue Kompetenz zu erlernen ist eben kein Kinderspiel. Wir müssen die kontrollierten Prozesse im Gehirn wieder und wieder aktivieren, damit sie irgendwann automatisiert werden. Natürlich wird man anfangs auch Rückschläge erleiden. Doch diese werden mit zunehmendem Training seltener werden. Bald wird es Ihnen wie Michael gehen – Sie werden richtig gut sein!

 

auszugsweise übernommen aus dem Karriereblog von Svenja Hofert

(Bildnachweis: Designed by Freepik und Fotolia)

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