Zusatzleistungen wie kostenlose Mittagsverpflegung oder Dienstwagen zur Privatnutzung werden von Arbeitnehmern hoch geschätzt. Laut einer aktuellen Online-Umfrage von karriere.at legt nur jeder Vierte der Befragten gar keinen Wert auf Sachleistungen. Neun von zehn Unternehmen haben bereits erkannt, wie wichtig Benefits im Kampf um die besten Mitarbeiter sind.

Handy und Firmenwagen sind am beliebtesten

An der Online-Umfrage zum Thema Benefits & Co. beteiligten sich auf Arbeitnehmerseite 547 User. 44 Prozent freuen sich über Dinge, die ihre persönliche Infrastruktur verbessern: Laptop, Handy sind fast schon selbstverständlich und gemeinsam mit dem Firmenwagen am beliebtesten. Die günstige Kantine steht bei knapp einem Viertel hoch im Kurs. Fitnessangebote sprechen nur sieben Prozent der Befragten an. Aber jeder Vierte legt auf solche Zusatzleistungen überhaupt keinen Wert und meint: “Nur Bares ist Wahres”.

Benefit oder Selbstverständlichkeit?

Die Grenze zwischen ZBusinessman Working by the Beachusatzleistungen und Infrastruktur, die man für die Arbeit ohnehin benötigt, kann aber auch verschwimmen. Bei Mobiltelefon, Laptop und Firmenwagen muss man sich ansehen, wie sie genutzt werden dürfen und wofür sie da sind. Hat man in der Firma einen Laptop oder vielleicht auch Tablet, der beruflich eingesetzt wird, dann ist das ganz klar ein Arbeitsgerät.

Ermöglicht der Arbeitgeber damit aber, auch von einem anderen Standort aus zu arbeiten, dann ist das durchaus ein Benefit, weil es flexibles Arbeiten ermöglicht.

Zusatzleistungen werden zur Selbstverständlichkeit

Ähnlich verhält es sich mit Handy und Dienstwagen. Wird erwartet, ständig erreichbar zu sein, dann wird auch ein brandneues Smartphone mehr zum Problem. Kann ich es zu einer bestimmten Zeit abschalten und Privates von Geschäftlichem trennen, dann ist es sicher ein Vorteil. Auch ein Firmenwagen, den man privat kostengünstig nutzen darf, ist klar ein Benefit. Doch Arbeitnehmer sind über die Jahre durchaus anspruchsvoller geworden. Dinge wie flexible Arbeitszeiten sind in manchen Branchen schon Standard. Es wird als Gegebenheit vorausgesetzt und wenn es das nicht gibt, kann es auch negativ auffallen. Kostenloser Kaffee, Mineralwasser oder Soft Drinks gehören in vielen Unternehmen längst zum Inventar in der gemeinsamen Teeküche.

Kampf um die besten Talente

Die Bedeutung von zusätzlichen Leistungen ist auch für Arbeitgeber ein Thema. 149 Unternehmensvertreter haben sich an der Online-Umfrage beteiligt. Mehr als die Hälfte glaubt, dass Zusatzleistungen von Bewerbern heute erwartet werden. Andererseits sind auch acht Prozent überzeugt, dass Benefits beim Recruiting kaum wahrgenommen werden. Experten wissen aber aus Erfahrung, dass Zusatzleistungen gerade beim Kampf um die besten Talente oft ausschlaggebend sind. Allerdings kommt es darauf an, was man darunter versteht. Finanzielle Anreize spielen sicherlich eine Rolle, sind aber nicht mehr so wichtig wie vor ein paar Jahren. Firmenwagen, freier Gestaltung der Arbeitszeit oder Home Office sind mittlerweile schon wesentlich relevanter geworden als früher.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Zusatzleistungen verschönern nicht nur den Arbeitsalltag, sondern beeinflussen auch das Miteinander im Unternehmen günstig. Benefits wie Yoga, Gesundheitskurse und Weihnachtsgeschenke sind sicher relevant, weil sie eine gewisse Wertschätzung zum Ausdruck bringen und das Klima positiv gestalten. Kleinigkeiten wie das Denken an den Geburtstag und das Jubiläum sind Dinge, die die Atmosphäre mitgestalten und das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verbessern. Das übersetzt sich außerdem in ein positives Außenbild und unterstreicht ein aktives Employer Branding!Sprudelwasser

Wehe dem, der Goodies wieder nimmt !

Der Grazer Arbeitspsychologe Paul Jiménez macht darauf aufmerksam, dass einmal eingeführte Leistungen nur schwer wieder einzusparen sind. “Wenn ein Arbeitgeber nachrechnet, wieviel eine Flasche Mineralwasser kostet, wieviele Leute das trinken und dass das sowieso gesund ist – dann ist das fast das Lächerlichste. Aber ich kenne Fälle, in denen genau das gestrichen wurde und so etwas ist das Erste, was Unmut auslöst. Es gilt fast immer: Ein Goodie als Plus zu sehen ist ein Pluspunkt, es wegzunehmen macht drei Minuspunkte. Man sollte deshalb gut nachdenken, bevor man etwas einführt – es wieder wegzunehmen hat nämlich den größeren Effekt”, erklärt der Grazer Arbeitspsychologe Paul Jiménez.

(Bildnachweis Freepik und Fotolia)

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